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Gerichtsurteil zur Dritten Option – was wird daraus? Forderungen für die CSDs

Gerichtsurteil zur Dritten Option – was wird daraus?

Das Urteil des BVG vom November 2017, welches die Schaffung eines dritten, positiven Geschlechtseintrags oder die Streichung der behördlichen Erfassung des Geschlechtseintrags bis Ende 2018 fordert, hat Hoffnung geweckt. Nicht nur bei den Menschen mit Intersexualität, die sich weder den Eintrag weiblich noch männlich im Pass wünschen, sondern auch bei Menschen die sich als nicht-binär verorten, sowie bei all jenen, die in den Überresten des TSG wenig Positives aber viel Potential für Repressalien sehen.

Deutschland hat die einmalige Chance, sich Anlässlich der Erfüllung des Urteils moderne Regelungen zum Personenstand und zu weiteren Gesetzen zu geben, und sich unter anderem der „Gesetzesruine TSG“ zu entledigen.

Vorstöße und Empfehlungen dazu gibt es genügend: Von den Ergebnissen einer Interministeriellen Arbeitsgruppe (1) samt Gutachten und Mantelgesetzentwurf, der in einer Entschließung des Bundesrats vom Mai 2017 ausdrücklich begrüßt wird (2), über den Gesetzentwurf der Grünen zum Selbstbestimmungsgesetz (3) liegen ausführliche Ergebnisse und Grundlagen vor, die jetzt umgesetzt werden könnten, um Regelungen im Sinne aller persönlich Betroffenen, d.h. all derer Menschen, die sich eine Änderung ihres Geschlechtseintrags wünschen, zu schaffen. Ein Statement dazu findet sich auch auf der Seite der Kampagne Dritte Option (4).

Einem Bericht zufolge, der am 8.5. veröffentlicht wurde, soll derzeit im Innenministerium an einem Gesetzentwurf gearbeitet werden, welcher weit hinter den Möglichkeiten der beiden genannten Gesetzentwürfe und der Empfehlung des Bundesrats zurückbleibt (6).

Sollte, wie befürchtet, eine Spar-Version der Umsetzung folgen, welche die bestehende Begutachtungspflicht fortschreibt und die Eintragung einer Dritten Option lediglich nach medizinischer Begutachtung vorsieht, anstatt einen selbstbestimmten Umgang mit dem Wissen über die eigene Geschlechtszugehörigkeit zu ermöglichen, so würde eine historische Chance vertan, umfassende, dringend nötige Neuregelungen zu schaffen!

Um dem Bedarf nach einer umfassenden Neuregelung Ausdruck zu verleihen, hat sich das Bündnis der „Aktion Standesamt 2018“ formiert, und sucht weitere Unterstützende (5). Durch die Erarbeitung von Infomaterial und Musteranträgen soll analog zur namensgebenden „Aktion Standesamt“ von 1992, bei der in einer bundesweiten Aktion 250 gleichgeschlechtliche Paare einen Antrag auf eine Eheschließung bei ihrem Standesamt vor Ort einreichten, der Bedarf nach neuen Regelungen artikuliert werden.

Sei es für Menschen mit Transsexualität, die sich die Änderung des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechtseintrag von weiblich nach männlich, von männlich nach weiblich, oder zu einer Dritten Option wünschen, oder für Menschen, die sich als Transident, nicht-binär oder genderqueer bezeichnen, oder Menschen mit Intersexualität – das Wissen über die eigene Geschlechtszugehörigkeit kann nicht von außen festgestellt werden, und solche Verfahren gehören abgeschafft.

Bitte berücksichtig das Thema in euren Publikationen und Reden zum IDAHOT und zu den CSDs der kommenden Saison. Auch wenn es wie eine kleine Gruppe scheint, so betrifft das Thema doch mehrere Zehntausende von Menschen (7), (8) in Deutschland – und diese aber massiv!

An einer Vernetzung interessierte Organisationen und Einzelpersonen in BW werden gebeten, sich unter kontakt@netzwerk-lsbttiq.net  oder mailbox@jasminus.de zu melden.

Infomaterial und weitere Informationen zur Vernetzung in Baden-Württemberg auch unter mailbox@jasminus.de,
zur Vernetzung in anderen Regionen bitte direkt über die Webseite der Aktion Standesamt 2018 wenden.

(1) https://www.bmfsfj.de/blob/114066/8a02a557eab695bf7179ff2e92d0ab28/imag-band-8-geschlechtervielfalt-im-recht-data.pdf
BMFSFJ, Januar 2017, 327 Seiten: Teil 1 Gutachten, Teil 2 Gesetzes zur Anerkennung und zum Schutz der Geschlechtervielfalt
(2) https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2017/0301-0400/362-17.pdf?__blob=publicationFile&v=5
Entschließung des Bundesrats, Mai 2017: „Die Arbeitsgruppe der Bundesregierung tagt bereits seit 2014. Alle wesentlichen Fragen einer Reform sind durch mehrere, umfangreiche Gutachten geklärt. Ein weiteres Abwarten des angekündigten Abschlussberichts der Interministeriellen Arbeitsgruppe droht die notwendige Reform daher nur  weiter zu  verzögern  –  mit  allen  negativen  Folgen für   die   Betroffenen,   die   sich   zwischenzeitlich   weiterhin   einer   teuren   und unnötigen Begutachtungspflicht unterziehen müssen.“
(3) http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/121/1812179.pdf

Drucksache Deutscher Bundestag, Mai 2017, Gesetzentwurf Selbstbestimmungsgesetz der Grünen: „Das Transsexuellengesetz (TSG) ist mehr als 30 Jahre alt und entspricht nicht dem Stand der Wissenschaft. Es stellt für die Änderung der Vornamen und die Berichtigung des Geschlechtseintrages entsprechend der selbst bestimmten Geschlechtsidentität unbegründete Hürden auf, die das Selbstbestimmungsrecht in menschenunwürdiger Weise beeinträchtigen. Bereits sechs Mal hat das Bundesverfassungsgericht einzelne  Vorschriften  des  Gesetzes  für  verfassungswidrig  erklärt […] Auch weitere Vorschriften des TSG stehen verfassungsrechtlich in der Kritik, wie der psychopathologisierende Begutachtungszwang.“
(4) http://dritte-option.de/wp-content/uploads/2018/01/Stellungnahme-Gesetzentwurf-Dritter-Geschlechtseintrag.pdf
Statement zum Gesetzgebungsverfahren, weitere Informationen http://dritte-option.de/
(5) https://aktionstandesamt2018.de/
Webseite der Aktion Standesamt 2018
(6) https://www.buzzfeed.com/de/julianeloeffler/exklusiv-gesetzentwurf-fuer-intergeschlechtliche
Bericht über einen noch unveröffentlichten, weit hinter den Möglichkeiten zurückblebenden Gesetzentwurf aus dem Innenministerium
(7) http://www.im-ev.de/pdf/Schattenbericht_CEDAW_2008-Intersexuelle_Menschen_e_V.pdf  Einem Bericht des Vereins Intersexuelle Menschen e.V. zur Folge leben ca. 80.000 bis 120.000 medizinisch mit dem Begriff „intersexuell“ bezechnete Menschen in Deutschland
(8) https://www.dgti.org/component/jdownloads/send/2-public/25-dgti-fakten-daten-zahlen.html
Schätzungen der dgti e.V.zur Folge gibt es ca. 200 000 Menschen mit geschlechtlicher Thematik in Deutschland.
– Von beiden zuvor genannten Gruppen wünscht sich jedoch nur ein Teil eine Änderung des Geschlechtseintrags – das Verfahren ist jedoch mit großen Hürden verbunden und die Umstände mitunter sehr belastend.

Die nächsten Workshops im Frauencafé achtbar in Tübingen

Sa, 16.06.2018: Workshop: Schamanische Heilreise zum Krafttier

11.00-16.00 Uhr Kooperationsveranstaltung:
Workshop: Schamanische Heilreise zum Krafttier
 
Im Schamanismus wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch ein Krafttier ins sich trägt.
Es sind Tiergeister, die mit jedem Einzelnen zusammenleben und uns vor Krankheit
schützen. Wenn wir zu der Kraft dieses Seins in uns finden, erwachen wir zu einem
energischerem, bewussterem und kraftvollerem Leben. Die Teilnehmerinnen dieses Kurses
werden ihrem Krafttier in einer schamanisch geführten Meditation mit Trommel begegnen.
Sie lernen, die Eigenschaften ihres Krafttieres zu erkennen und diese im alltäglichen Leben
zu festigen.
Benötigtes Material: Isomatte, Sitzkissen, bequeme Kleidung, Decke, Schreibmaterial,
Wasserflasche.
Kurssprache: englisch/deutsch
Kursleiterin: Mojca Sostarko: Kunstherapeutin, Leiterin für therapeutischen Tanz
(DGT), Movement Medicine Lehrerin, Schamanisch- Praktizierende (Northern Drum
Shamanic Centre)
Anmeldung unter:
Kursnamen bitte angeben. Begrenzte Teilhnehmerinnenzahl.
Kursgebühr: bitte im Voraus überweisen 40-60€ (nach eigenem Ermessen) inkl.
Mittagsessen. Zusätzliche Ermäßigung bei Geringverdienenden auf Anfrage. Die Kursgebühr
bitten wir bis zum spätestens 10.06.18 auf das Konto des Frauencafes zu überweisen.
Anmeldeschluss ist der 8.06.18
Konto:
Frauencafé e.V.
Kreissparkasse Tübingen
BIC: SOLADES1TUB
IBAN: DE86 6415 0020 0002 9538 94
Verwendungszweck: Kurs Krafttier 16/06 +Name der Teilnehmerin

So, 17.06.2018: Workshop: Medicine Walk – eine innere Reise durch den Wald (outdoor)

10.00-16.00 Uhr Kooperationsveranstaltung:
Workshop: Medicine Walk -eine innere Reise durch den Wald (outdoor)
Es gibt eine andere Art von Bewusstsein und Wahrnehmung, dass sich von
unserem zivilisierten und stark rationalem, auf das Gehirn fokussierten, Bewusstsein
unterscheidet.
Es ist ein subtiles, trans-rationales und auf unser Herz fokussiertes Bewusstsein. Es
ermöglicht uns unsere tiefe innere Kommunikation in uns selbst und in dem Myterium das
uns umgibt, wahrzunehmen. Die Kultivierung dieser Art des Wissens macht uns
menschlicher, lebendiger und weiser. Eine Möglichkeit, diese andere Art des
Wissens zu erschließen, ist eine „Medizinwanderung“. Dieser angeleitete Medicine Walk
in der Natur, ermöglicht dich zu verlangsamen, das Bewusstsein zu verändern und
sozusagen die „medizin“ zu erhalten, die deine Seele benötigt.
Material: bequeme Kleidung, evtl. Regenjacke, Sitzpolster oder Kissen,
Schreibmaterial, Wasserflasche. Kurssprache: englisch/deutsch
Kursleiterin: Mojca Sostarko: Kunstherapeutin, Leiterin für therapeutischen Tanz (DGT),
Movement Medicine Lehrerin, Schamanisch- Praktizierende (Northern Drum Shamanic
Centre)
Anmeldung unter
Kursnamen bitte angeben. Begrenzte Teilhnehmerinnenzahl.
Kursgebühr: bitte im Voraus überweisen 30€ (nach eigenem Ermessen) inkl.
Mittagsessen. Die Kursgebühr bitten wir bis spätestens 10.06. auf das Konto des
Frauencafes zu überweisen.
Anmeldeschluss ist der 08.06.18
Konto:
Frauencafé e.V.
Kreissparkasse Tübingen
BIC: SOLADES1TUB
IBAN: DE86 6415 0020 0002 9538 94
Verwendungszweck: Kurs Walk 17/06 +Name der Teilnehmerin

06/07.10.2018: Bewusste Menopause (Workshop)

06.10. und 07.10. jeweils 10.00-16.00 Uhr 

Bewusste Menopause 

2 tägiger Workshop mit Erlebnisprozessen

Wir erforschen gemeinsam den psychologischen und spirituellen Prozess der Menopause. Die Menopause ist ein entscheidender Übergang im Leben einer Frau, indem sowohl Körper als auch Geist eine grundlegende Veränderung erfahren. Am Ende dieses gesunden Reifungsprozess einer Frau ist die Gelegenheit tiefergehend zu sich selbst zu finden- wer wir sind-was wir sein wollen und was wir erlebt haben. Gewinne Einblicke wie Du diesen Übergang unterstützen kannst und lerne mehr über die gesunde Menopause einer Frau. Welche Lebenspraktiken kannst du einführen, um deine innere Kraft zu enthüllen und deinen Prozess unterstützend zu begleiten?

Benötigtes Material: Isomatte, Sitzkissen, bequeme Kleidung, Decke, ein Schreibmaterial, Wasserflasche. Kurssprache: englisch/deutsch

Zur Kursleiterin:

Mojca Sostarko- Kunsttherapeutin, Leiterin für therapeutischen Tanz (DGT), qualifizierte Movement Medicine Lehrerin, Schamanisch- praktizierende (Northern Drum Shamanic Centre)

Anmeldung unter  info@achtbar-tuebingen.de, Kursnamen bitte angeben. Begrenzte Teilnehmerinnenzahl.

Kursgebühr: 70€-100€ (nach eigenem Ermessen) inklusive Mittagessen, zusätzliche Emäßigungen bei Geringverdienenden auf Anfrage. Die Kursgebühr bitten wir bis spätestens 09.05.18 auf das Konto des Frauencafes zu überweisen:

Frauencafé e.V.

Kreissparkasse Tübingen

BIC: SOLADES1TUB
IBAN: DE86 6415 0020 0002 9538 94

Verwendungszweck: Kurs Menopause 1205/1305 + Name der Teilnehmerin

Sa+So, 13.-14.10.2018: Workshop: Trauerarbeit und -zeremonie (Experience Workshop)

10.00-16.00Uhr Kooperationsveranstaltung
Workshop: Trauerarbeit und -zeremonie (Experience Workshop)
 
Trauer ist die normale und natürliche Reaktion auf einen Verlust jeglicher Art.
Die Erfahrung von Trauer ist wichtig für unser Wachstum und unsere Entwicklung.
Trauer hilft, einen tiefen inneren Brunnen zu entwickeln, der sich ausdehnen kann.
Dieser Workshop soll helfen unsere Beziehung zur Trauer wahrzunehmen und zu erforschen.
Wenn wir Trauer in uns integrieren, können wir aus ihr schöpfen. Wenn wir sie ignorieren
wird sie Kräftezehrend. Wir lernen Trauer anzunehmen und ihr einen Weg zu öffnen.
Kursleiterin: Mojca Sostarko: Kunstherapeutin, Leiterin für therapeutischen Tanz
(DGT), Movement Medicine Lehrerin, Schamanisch- Praktizierende (Northern Drum
Shamanic Centre)
Anmeldung unter
Kursnamen bitte angeben. Begrenzte Teilhnehmerinnenzahl.
Kursgebühr: bitte im Voraus überweisen 70-100€ (nach eigenem Ermessen) inkl.
Mittagsessen. Ermäßigung für Geringverdiendende auf Anfrage möglich. Die Kursgebühr
bitten wir bis spätestens 08.10.18 auf das Konto des Frauencafés zu überweisen.
Anmeldeschluss ist der 6.10.18
Konto:
Frauencafé e.V.
Kreissparkasse Tübingen
BIC: SOLADES1TUB
IBAN: DE86 6415 0020 0002 9538 94
Verwendungszweck: Kurs Trauer 1314/10 +Name der Teilnehmerin

Wir freuen uns auf euch!

Frauencafé achtbar Tübingen e.V.
im Frauenprojektehaus
Weberstraße 8
72070 Tübingen
Tel. 07071-32862

info@achtbar-tuebingen.de

Vereinsnummer: VR1516
Steuernummer: 86166/35244

Frauencafé achtbar Tübingen Mi, 25.04.2018:Selbstbehauptungskurs

Mi, 25.04.2018:Selbstbehauptungskurs

Selbstbehauptungskurse Beginn 18.00-22.00 Uhr
 
Der nächste Selbstbehauptungskurs mit unserer Krav Maga Trainerin von RE.ACT Stgt. Yvonne Volz findet am

25.04.18 18.00-22.00 Uhr Selbstbehauptung

statt. Yvonne ist Krav Maga Trainerin, systemische Therapeutin und Traumapädagogin
Kursgebühr pro Einheit 30€
Ermäßigung möglich
Anmeldung unter info@achtbar-tuebingen.de – Bei Anmeldung bitte Kursname und Datum nennen.

Frauencafé achtbar Tübingen e.V.
im Frauenprojektehaus
Weberstraße 8
72070 Tübingen
Tel. 07071-32862

info@achtbar-tuebingen.de

Vereinsnummer: VR1516
Steuernummer: 86166/35244

Q-Film #02 – Pride – 19. April, 20.15 Uhr im Arsenal

Hallo an alle,

ich möchte hiermit auf Q-Film #02 am 19. April hinweisen und bitte um Weiterleitung.

Gezeigt wird diesmal „Pride“:

Großbritannien 1984: Minenarbeiter_innen im ganzen Land streiken wegen drohenden Minenschließungen für ihre Lebensgrundlage und werden dafür von der Presse verleumdet und von der Polizei schikaniert. In dieser Krise finden sie Unterstützer, die selbst Diskriminierung und Verleumdung nur zu gut kennen: die „Lesbians and Gays Support the Miners“ beginnen Geld zur Unterstützung der Streikenden zu sammeln und stehen ihnen in ihrem Protest zur Seite. „Pride“ verpackt diese ernsten historischen Ereignisse in eine wunderbare Dramödie und zeigt wie durch Mitgefühl und Solidarität aus zwei diskriminierten Bevölkerungsgruppen unerwartet Freunde wurden.

Donnerstag 19. April, 20.15 Uhr, im Kino Arsenal (Am Stadtgraben 33, Tübingen).

Reservierung wird empfohlen und ist ab 16 Uhr unter 07071 9997531 möglich.

Podiumsdiskussion Magnus Hirschfeld & Heidelberg für Mai 2018

Hirschfeld & Heidelberg: Queere Geschichte in der öffentlichen Erinnerung

Queer Festival 2018

Mit seinem Studium der Medizin und Engagement in der jüdischen Studentenvereinigung Badenia, die mit dem Ziel gegründet wurde, dem zunehmenden Antisemitismus im Deutschen Reich zu begegnen, legte Magnus Hirschfeld während seiner Studienzeit in Heidelberg auf verschiedene Weise Grundlagen für sein späteres Schaffen im Wissenschaftlich-humanitären Komitee und dem Institut für Sexualwissenschaft. Anlässlich seines 150. Geburtstages möchte der Diskussionsabend Magnus Hirschfeld würdigen – als Sexualwissenschaftler, dessen Pionierforschung die Komplexität von Sexualität und Geschlecht in den Blick nahm, sowie als Sexualreformer, der Zeit seines Lebens für die Entkriminalisierung von Homosexualität stritt und sich für Trans*menschen einsetzte.

Bisher taucht queere Geschichte kaum in der historischen Erinnerung Heidelbergs auf. Ausgehend von der Person Magnus Hirschfelds beleuchtet die Veranstaltung die Rolle von LSBTTIQ-Geschichte, Körper- und Geschlechtergeschichte sowie jüdischer Geschichte für das historische Bewusstsein Heidelbergs – und ein lebendiges demokratisches Miteinander.

Prof. Dr. Karen Nolte (Medizinhistorikerin, Universität Heidelberg) diskutiert mit Patsy L’Amour LaLove (Geschlechterforscherin, u.a. Schwules Museum Berlin), Ralf Dose (Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V.), Dr. Christian Könne (Historiker) sowie Dr. Esther Graf und Manja Altenburg (Agentur für Jüdische Kultur).

Veranstaltung im Rahmen der Reihe 150 Jahre Magnus Hirschfeld in Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Lesung „Die andere Seite des Regenbogens – Queere Geschichten voller Farbe“

So 08.04. | Lesung | 18:00 Uhr

Postanschrift

Weissenburg e.V.
Zentrum LSBTTIQ Stuttgart
Weißenburgstr. 28A
70180 Stuttgart

Anfahrt/Lage:

Stadtbahn U1, U14, Bus 44, 92 Österreichischer Platz

Stadtbahn U5, U6, U7, U12 Bopser

Bus 43 Falbenhennenstrasse

 

Anna-Katharina Höpflinger ( schwule Kurzgeschichte)

Annette Juretzki (schwule Kurzgeschichte)

Carmilla DeWinter (eine asexuelle und eine lesbische Kurzgeschichte)

L. Carlton (schwule Kurzgeschichte)

Nora Bendzko (Thema Intersexualität)

Svea Lundberg (schwule Kurzgeschichte)

Lauf mit uns mit

Hallo Liebe Mitmenschen,

Dieses Jahr werden wir unter dem Gruppen zusammenschluss „Bi-in-BW“ an 2 Christopher Street Days teilnehmen. Bi-in-BW setzt sich aus den Gruppen Bi+ Treff, LesBiT, StuBi, TüBisch und in Stuttgart auch wieder mit AktivistA.

Der erste Termin ist der 02.06.18 in Karlsruhe mit dem Motto „Verliebt, Verlobt, Verfolgt“

Der zweite Termin ist der 28.07.18 in Stuttgart mit dem Motto „Expiditon Wir“

Ihr seid Herzlich eingeladen uns auf den beiden CSDs zu begleiten, ganz egal in welchem Teil du dich selbst in dem LSBTTIQA spektrum einordnest, und du uns A_sexuelle und Bi_sexuelle unterstützen magst. Bist du Herzlich Eingeladen mit uns zu laufen und auch zu Feiern.

Bitte trage dich wenn du mitlaufen möchtest in den Doodels ein, da wir an den CSD Organisatoren eine ungefähre Teilnehmerzahl melden.

Doodle Karlsruhe https://doodle.com/poll/kzghvugdukabdcdp

Doodle Stuttgart https://doodle.com/poll/pcyty4z8gb6xhh3u

bei Fragen email an svenja.angerer@bi-in-bw.de weitere Informationen unter https://bi-in-bw.de wenn du mit Organisieren möchtest gerne eine email an die oben genannte adresse schicken.

Liebe grüße Svenja

Motto CSD Stuttgart „Expidition WIR“

Die Welt verändert sich. Und das gibt uns die Möglichkeit, die Gesellschaft mitzugestalten und gemeinsam in Bewegung zu bringen. Als Regenbogen-Community können wir uns selbstbewusst in diesen politischen und sozialen Aufbruch einbringen sowie unseren Teil dazu beitragen, dass ein neues WIR entsteht – eine Gesellschaft, in der wir leben wollen.

In den vergangenen beiden Jahrzehnten konnten Erfolge für ein gleichberechtigteres Zusammenleben errungen werden: die Öffnung der Ehe, die Rehabilitierung von Justizopfern, die Vielfalt im Bildungsplan und die Sichtbarkeit von LSBTTIQ in Medien und Führungspositionen, um nur einige zu nennen. Daraus erwächst für uns jedoch eine Verantwortung für die, die immer noch am Rande der Gesellschaft stehen: Ein Blick in Polizeiberichte genügt – regelmäßig Übergriffe auf LSBTTIQ in aller Öffentlichkeit, Mobbing auf dem Schulhof und eine immer noch überdurchschnittliche Selbstmordrate von queeren Jugendlichen zeigen Bruchlinien, mit existenziellen Folgen für den oder die Einzelne. Jenseits der Landesgrenzen und mit Blick auf die Welt beginnt oftmals die Finsternis: Lesbische, schwule und transsexuelle Menschen als bewusste Ablenkung und als Sündenböcke für verfehlte Politik, nicht selten gepaart mit staatlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung; Repression bis hin zu Folter und Tod.

Gleichzeitig keimt Hoffnung: Unsere Gesellschaft kommt weiter in Bewegung. Menschen spüren, dass sie sich engagieren müssen, um den Bruchlinien entgegen zu wirken. Dadurch entsteht eine neue Kraft. Diese Gegenbewegung zu Isolation, Ausgrenzung und Abschottung hat noch keinen Namen und kein Symbol. Doch die Menschen in dieser Bewegung setzen sich ein für einen Wandel von unten, an vielen Orten gleichzeitig. Diese Menschen kommen aus der gesamten Gesellschaft, aus ihrer Mitte ebenso wie von ihren Rändern. Gemein ist diesen Menschen in Bewegung ihre Sensibilität: Sie spüren, dass der Zusammenhalt zu erodieren droht, und wollen sich dem entgegenstellen. Da bricht sich ein Wille durch, der der Fragmentierung und dem Rückzug in Nischen sowie Komfortzonen entgegenzuwirken versucht.

„Für diese Gesellschaft in Bewegung haben wir nach einer gedanklichen Klammer gesucht“, beschreibt Christoph Michl, Geschäftsführer der IG CSD Stuttgart e.V., die Herangehensweise an das diesjährige Motto des politischen Kulturfestivals. „Expedition WIR ist zuallererst eine Einladung und zugleich ein Aufbruchssignal: Lasst uns gemeinsam eine Gesellschaft schaffen, in der wir alle leben wollen“, verdeutlicht der CSD-Chef und ergänzt. „Die Betonung liegt dabei auf ‚gemeinsam‘. WIR heißt WIR, nicht ‚die gegen uns‘ – da ist Lagerdenken hinderlich und Selbstisolation das Ende der Reise.“

Expedition WIR – das ist der Aufbruch in eine Gesellschaft, in die sich alle einbringen können. Niemand vermag dabei konkret zu wissen, wie genau diese Gesellschaft aussehen soll und wie sie aussehen wird. Keine Person, keine gesellschaftliche Gruppe und keine Weltanschauung – denn es gibt keine Blaupause für die Zukunft. Diese Gesellschaft entsteht im Dialog und im gegenseitigen Austausch, gewissermaßen auf Augenhöhe: Verständnis und Nähe bilden sich durch Empathie und die Bereitschaft zum Wechseln von Perspektiven.

EXPEDITION ALS ENTDECKUNGSREISE

Auf dem langen Weg zum Wir begegnen wir unseren Mitmenschen, innerhalb und außerhalb der eigenen Komfortzonen. Dabei lernen wir uns gegenseitig (besser) kennen und verstehen, was andere jeweils bewegt, was uns antreibt und was uns Kraft verleiht. Nicht alles, was uns begegnen wird, wird uns gefallen. Nicht zu allen werden wir eine Verbindung aufbauen können. Manches, was wir erfahren und erleben werden, wird uns überraschen. Vielleicht erkennen wir auch Dinge an uns selbst, die wir nicht wahrhaben woll(t)en. Wir lernen uns auf diese Weise aber auch selbst besser kennen. Darum ist diese Entdeckungsreise, die Expedition WIR, nicht zuletzt ein Wagnis.

Wenn unterschiedliche Menschen in eine noch unbekannte Welt aufbrechen, dann wird dies kein Spaziergang. Es wird Stockungen geben. Manches führt uns auf Irrwege. Treffen wir unerwartet auf eine Nebelwand, werden wir uns streiten, ob wir nun unmittelbar vor dem Ziel stehen oder doch vom Weg abgekommen sind. Unwägbarkeiten gilt es zu meistern, über Höhen zu klettern und durch Tiefen zu schreiten. Unser Tempo wird unterschiedlich sein, jede und jeder nach eigener Kraft. Wer Pausen braucht, nimmt sie sich. Und doch wollen wir gemeinsam Schritt halten (lernen). Wir werden unterschiedliche Wege ausprobieren, in der Hoffnung, dass alle letztendlich doch zum gemeinsamen Ziel führen. Die Reise wird aus Etappen bestehen, aus Abschnitten und Zwischenstopps. Mal werden wir verweilen, da wir eine Entdeckung gemacht haben oder weil wir die Zeit brauchen, die neuen Erkenntnisse zu verdauen. Mit gewachsener Reife brechen wir wieder auf, den nächsten Meilenstein im Blick und das große Ziel im Herzen.

SELBSTBEWUSSTER TEIL DER GESELLSCHAFT

Als Regenbogen-Community gehören wir ganz selbstverständlich – und damit auch selbstbewusst – zu dieser Gesellschaft in Bewegung. Wir bringen unsere Erfahrungen mit ein, vor allem das Wissen, wie Verschiedenheit und Buntheit das Leben bereichern kann. Wir spüren unsere Kraft und bauen auf die Ausdauer, die vorangegangene Generationen bei den Kämpfen um Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Akzeptanz an den Tag gelegt haben. Wir wissen um die Verantwortung jenen gegenüber, die noch nicht im gleichen Maße von Vielfalt und Respekt profitieren – im eigenen Land, aber auch über geografische Grenzen hinweg. Wir verfügen über das Selbstbewusstsein, für uns, unsere Identität, unsere Haltung und unsere Leidenschaft einzustehen.

Die Expedition WIR ist eine Einladung: Lasst uns gemeinsam die Gesellschaft gestalten, in der wir uns entfalten können – offen, bunt, vielfältig, vital, dynamisch, füreinander einstehend, wertschätzend und in einer freien Kultur lebend. Uns in der Regenbogen-Community betreffen die großen und kleinen Themen der Politik und der Gesellschaft ebenso, allerdings meist unter zusätzlichen Aspekten. Egal ob Familienplanung und Eheglück, Beruf und Alltag, Gewalt und Diskriminierung, Inklusion und Teilhabe, Alter und Pflege, Identität und Gemeinschaft, Fluchtursachen und Integrationsbemühungen, Erinnerungskultur und Zukunftsängste – immer sind wir gemeinsam gefordert, an das große Ganze zu denken – bis hinab zu vermeintlichen Untiefen oder bis hinaus an die Ränder. Nur dann finden wir nachhaltige Antworten für alle und letztlich für uns. Nur dann kann die Expedition WIR gelingen und zu einem gemeinsamen Ziel führen.

„Wir sehen diesen ersten CSD nach der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als veritable Chance“, beschreibt CSD-Geschäftsführer Christoph Michl die Ausgangslage für die Expedition WIR. „Das Mehr an Gleichberechtigung, das mit den jüngst errungenen Erfolgen verbunden ist, gibt uns die Möglichkeit, unsere Energie nach vorne zu richten. Wir bringen uns aktiv in die Geellschaft in Bewegung ein. Zusammen mit allen engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern gestalten wir die Welt mit. In gemeinsamer Vielfalt. In gegenseitigem Respekt.“

Der Einsatz für die Expedition WIR ist kein Selbstzweck – es geht um aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Für die Regenbogen-Community und andere Minderheiten geht es zudem um handfeste Verbesserungen. Kurz: Es geht um den Zusammenhalt und das Wohl aller hier lebenden Menschen. Es geht um das Verstetigen des lange und hart Errungenen, das konsequente Weiterentwickeln von Bestehendem sowie den nachhaltigen Schutz – und teilweise auch die klare Verteidigung – des gesellschaftlichen Wandels hin zu Offenheit und Gleichberechtigung. Vollkommen ausbuchstabiert jedoch ist dieses Ziel der Gesellschaft in Bewegung noch lange nicht. Nun gilt es, die Route zu berechnen, das Bündel zu schnüren und sich auf den Weg zu machen.

Auf zur Expedition WIRAuf zum CSD Stuttgart 2018.

Motto CSD Karlsruhe Verliebt, verlobt, verfolgt

Verliebt, verlobt, verfolgt.

Seit wir letztes Jahr mit der „Ehe für alle“ einen weiteren wichtigen Meilenstein in Deutschland erreicht haben, werden Stimmen laut, dass wir doch gar keine CSDs mehr brauchen.
Wir sehen das komplett anders!
Es gibt in Deutschland immer noch Diskriminierung und man kann immer noch nicht überall offen sein Leben führen.

Doch wir haben uns dieses Jahr bewusst dafür entschieden den Blick über Deutschland hinaus zu werfen. Wir wollen mit dem Motto provozieren und zeigen wie die Situation in anderen Ländern ist, wo viele queere Menschen mit Verfolgung, Verschleppung, Folter oder sogar Mord bedroht werden.

In den kommenden Monaten werden wir Euch über Schicksale in diesen Ländern berichten.
Wir brauchen Euch und Eure Unterstützung, damit wir aus Karlsruhe ein Signal, auch an unsere lieben Politiker, senden und Ihnen zeigen, dass wir, solange es auf dieser Welt keine (straf-)freie Liebe gibt, auf die Straße gehen und dafür kämpfen!

Wir brauchen Dich beim CSD!
Deshalb komm am 02. Juni 2018 nach Karlsruhe und kämpfe mit uns für die freie Liebe in allen Ländern dieser Welt!